In der schon damals karnevalsbegeisterten, alten Bergbaustadt Alsdorf wurde am 30. Juni 1956 der Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise e.V. gegründet. 33 Vereine aus den damaligen, grenznahen Kreisen Aachen-Land, Monschau, Geilenkirchen-Heinsberg, Erkelenz und Jülich im Regierungsbezirk Aachen legten damit den Grundstein für den heutigen Verband. Bereits im Juli 1956 wurde er in den ”Bund Deutscher Karneval e.V.“ aufgenommen und als Regionalverband anerkannt.
Im Jahre 2010 zählt der ”VKAG“ mit seinen ca. 160 Mitgliedsvereinen zu den 10 grössten Regionalverbänden im BDK. Mit ca. 30.000 Einzelmitgliedern in den angeschlossenen Vereinen können wir eine breite Basis vorweisen, die das in unserer Region seit Jahrhunderten tief verwurzelte Brauchtum Karneval pflegen und fördern.
Schon die Tatsache, dass 15 Mitgliedsvereine auf eine nachgewiesene Tradition von mehr als 100 Jahren verweisen kann zeigt, dass der Karneval in den unterschiedlichsten Formen einfach zum Leben der Bevölkerung unserer Region dazugehört.
Besonderer Wert wird in unseren Mitgliedsvereinen auf eine ganzjährige, intensive Jugendarbeit gelegt. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich in unseren Vereinen ca. 5.000 Kinder und Jugendliche unserem schönen Brauchtum verschrieben haben. Ein Antrag zur Anerkennung als ”Träger der freien Jugendhilfe” gem § 73 KJHG ist beim LV Rheinland zur Zeit in Bearbeitung und hat nach dem Vorbild anderer Regionalverbände (z.B. RV Düren) gute Aussichten, positiv beschieden zu werden.
Die intensive und vereinsnahe Präsidiumsarbeit, die von Beginn an gesuchte und ausgebaute Zusammenarbeit mit Karnevalsverbänden und -vereinen in den grenznahen Gebieten der Niederlande und Belgien haben letztlich dazu geführt, dass der VKAG zu einer allgemein anerkannten und geschätzten kulturellen Institution in den heutigen Kreisen Aachen, Heinsberg und Düren geworden ist.
Die Einrichtung des ”Hauses des Grenzlandkarnevals“ soll eine noch engere und intensivere Zusammenarbeit mit Vereinen, Förderern, Behörden und sonstigen Interessierten fördern und damit den Sinn und die Bedeutung des Brauchtums Karneval noch weiteren Bevölkerungskreisen nahe bringen. Der kulturelle Wert unseres Brauchtums, die volkswirtschaftlich nicht zu unterschätzende Bedeutung und die Größe unseres Verbandes machen es nunmehr notwendig, eine zentrale Stelle zur Verwaltung, Schulung und Weiterbildung und einer langfristigen Dokumentation unseres Brauchtums einzurichten.
Hierfür hat unser Verband in seiner Jahreshauptversammlung 1998 die notwendigen Weichen gestellt und entsprechende Satzungsänderungen beschlossen. Schon in der Gründungssatzung des VKAG wurde das Sammeln und dokumentieren des Brauchtums Karneval festgeschrieben. In den Jahren bis 1996 allerdings hatte der Aufbau des Verbandes und seiner Aufgaben stets Vorrang. Das jetzige Präsidium hat sich zur Aufgabe gemacht, diese Idee der Gründungsväter umzusetzen.
Die Organisations- und Verwaltungsstruktur des VKAG ist zurzeit äußerst dezentral bei den verschiedenen Präsidiumsmitgliedern angesiedelt. Dadurch fallen viele Tätigkeiten mehrfach an und es werden z. T. lange Kommunikationswege benötigt. Die Akten und Unterlagen des Verbandes lagern heute z.T. bei längst ausgeschiedenen Präsidiumsmitgliedern und es steht zu befürchten, dass wichtige Unterlagen bereits jetzt nicht mehr auffindbar sind.
Die zwischenzeitlich erreichte Größe des Verbandes macht es deshalb unbedingt notwendig, an zentraler Stelle alle Aktivitäten zu bündeln und auszuführen. Damit wird eine weitaus effektivere Präsidiumsarbeit erreicht und auf Dauer Kosten eingespart, die heute unumgänglich sind.
Darüber hinaus haben unsere Vereine eine zentrale Anlaufstelle erhalten, an der sie regelmäßig von Präsidiumsmitgliedern betreut werden können. Eine intensivere Zusammenarbeit mit den Vereinen wird hier zu einer deutlich verbesserten Verbands- und Vereinsarbeit führen, was wiederum zu einer positiven Weiterentwicklung unseres kulturellen Brauchtums führen wird.
Weiterhin wird als äußerst wichtige Tätigkeit in der zentralen Geschäftsstelle die Zusammenarbeit mit den Verbänden und Vereinen in der EUREGIO angestrebt. Während heute zwar sehr gute Kontakte und regelmäßige Gedankenaustausche mit den Verbänden in der grenznahen Provinz Limburg (Niederlande) und den deutschsprachigen belgischen Ostkantonen gepflegt werden, wollen wir auf Dauer gesehen auch eine grenzüberschreitende zentrale Anlaufstelle für das Brauchtum in der EUREGIO werden. Hierzu sind erste Vorgespräche mit den dortigen Verbänden bereits geführt worden.
Im Haus des Grenzlandkarnevals wird der Raum im Dachgeschoss als Geschäftsstelle genutzt, in dem auch Präsidiumssitzungen, Sitzungen des Jugendausschusses und des Beirates abgehalten werden können.
Wie in allen gesellschaftlichen Organisationen ist Schulung und Fortbildung auch für die Karnevalsvereine mit ihren vielfältigen Aufgaben nicht nur eine Frage einer zeitgemäßen Vereinsführung, sondern überlebenswichtige Maßnahmen. Seit vielen Jahren führt der VKAG deshalb regelmäßige Fortbildungsseminare für die Verantwortlichen in den Mitgliedsvereinen durch.
Seminare für die Schatzmeister der Vereine, mit Referenten aus den steuerberatenden Berufen, den Finanzämtern und Versicherungsunternehmen werden alljährlich an unterschiedlichen Orten im Verbandsgebiet durchgeführt. Hierbei werden die aktuellen Änderungen und Neuerungen speziell in der Vereinsbesteuerung, den neuesten Anforderungen an die Buchführung der Vereine und den umfassenden Versicherungsangeboten und -notwendigkeiten eines Vereins ausführlich vermittelt.
Den ständig wachsenden Teilnehmerzahlen an diesen Fortbildungsmaßnahmen wegen werden diese Seminare künftig mehrfach durchgeführt. Dazu sind moderne Vermittlungsmethoden notwendig, die in den meisten, angemieteten Räumen nicht zur Verfügung stehen. Overhead-Projektoren, Beamer, Leinwand oder PC-Anbindungen können bei diesen Seminaren zum besseren Verständnis und zu effektiveren Lehrmethoden im Seminarraum des ”Hauses des Grenzlandkarnevals” dauerhaft installiert und zur Verfügung gestellt werden.
Seminare für die Jugendleiter und Jugendbetreuer unserer Vereine gehören zu den wichtigsten Aufgaben unseres Verbandes. Der vor 10 Jahren als eigenverantwortliches Verbandsgremium eingerichtete Jugendausschuss des VKAG führt alljährlich 3 - 4 dieser Seminare durch. Dabei wird sowohl moderne Jugendpädagogik, gesellschaftspolitische und staatsbürgerkundliche Aspekte der Jugendarbeit in den Vereinen oder spezielle Themen der allgemeinen Jugendarbeit (z.B. Drogenmissbrauch oder Fremdenfeindlichkeit) behandelt und den Vereinsverantwortlichen vermittelt und diskutiert. Fachreferenten der verschiedenen Jugendämter, aus der gewerkschaftlichen Jugendarbeit oder den Polizeibehörden vermitteln und diskutieren mit den Teilnehmern der Seminare.
Darüber hinaus stehen natürlich auch die karnevalsspezifischen Themen wie Ausbildung der Tanztrainer, kinder- und jugendgerechter Aufbau von Tänzen, Erste-Hilfe-Kurse, Durchführung von kind- und jugendgerechten Karnevalsveranstaltungen oder das Finden und Ausbilden von Kindern für Auftritte im Karneval im Mittelpunkt dieser Schulungen. Weiterhin werden Möglichkeiten zur ständigen Kontaktpflege zu den Schulen und sonstigen Bildungseinrichtungen aufgezeigt, um das Interesse für das Brauchtum Karneval schon im frühen Alter zu wecken und somit den Fortbestand unseres Brauchtums für die Zukunft zu gewährleisten.
Mit unseren Karnevalsfreunden aus den Niederlanden und Belgien erarbeiten wir zur Zeit Möglichkeiten, wie die Kinder und Jugendlichen grenzüberschreitend zusammen zu führen sind und sich z.B. bei gemeinsamen Veranstaltungen besser kennen zu lernen. Diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit soll einem besseren Verständnis füreinander dienen und ein besseres Miteinander der späteren Erwachsenen fördern. Erste Erfolge dieser Bemühungen zeigen sich in der zwischenzeitlich alljährlichen Teilnahme von Jugendgruppen unserer Verbands-Mitgliedsvereine beim Jugendtreff des BCL (Karnevalsverband in Limburg / NL).
Auch diese Seminare sollen künftig im ”Haus des Grenzlandkarnevals“ stattfinden, um auch so unseren Mitgliedsvereinen ein zentrales Zuhause zu bieten.
In Vorbereitung sind z. Zt. auch Seminare für Vereinsvorsitzende oder Personen, die künftig diese Position in den Vereinen / Verbänden übernehmen sollen. Gerade für diese äußerst wichtige Vereinsposition ist momentan kein Weiterbildungsangebot vorhanden. Zu diesen Schulungen sollen z.B. sowohl Juristen, in der Erwachsenenbildung tätige Pädagogen oder Marketingexperten dem angesprochenen Personenkreis die Möglichkeiten eines modernen und effizienten Vereinsmanagements vermittelt werden.
Gerade in diesem Bereich sehen wir für die Zukunft ein äußerst wichtiges Verbandsangebot, da gerade eine zeitgemäße Vereinsführung heute wichtiger denn je für das Überleben eines jeden Vereins ist.
Zum kulturellen Leben unserer Verbandsregion gehört nach Meinung des Verbandspräsidiums auch die Pflege (oder das Wiedererlernen) der heimatlichen Mundart. In vielen Regionen unseres Landes werden diesbezüglich bereits Seminare und mundartliche Literatur angeboten. Insbesondere ist hier ein Nachholbedarf bei den Kindern und Jugendlichen unserer Region feststellbar. Deshalb wollen wir, in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen, Brauchtumsforschern und Pädagogen Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene anbieten, damit auch dieses Kulturgut für die Zukunft erhalten bleibt und weiter gepflegt wird.
Vorträge und Diskussionsveranstaltungen über das Brauchtum ”Karneval, Fastnacht, Fasching“ mit namhaften Brauchtumsforschern aus der Region, dem benachbarten Ausland oder anderen Gegenden Deutschlands sollen künftig ebenso zum Seminarangebot des ”HdG” gehören wie die bereits vorgenannten Maßnahmen.
Neben den genannten Schulungsveranstaltungen stehen natürlich auch interessante Sonderausstellungen in wechselndem Rhythmus auf dem künftigen Programm des ”HdG”. Um nur einige wenige zu nennen wären Ausstellung zum Thema ”Brauchtum Karneval in der EUREGIO”, ”Karneval in der Kunst”, ”Die schwäbisch-alemannische Fastnacht” usw. lohnenswerte Einzelprojekte, die mit entsprechenden Fachleuten vorbereitet und durchgeführt werden sollen.
Als notwendiger Treffpunkt dient der Seminarraum im ”HdG“ auch für den ”Wissenschaftlichen Beirat” des KADAG. In diesem Gremium werden die Forschungsaufgaben, der diesbezügliche Fortschritt und die Ergebnisse der Erforschung des Brauchtums Karneval in unserer Region vorbereitet, besprochen und veröffentlichungsreif hergestellt. Wie es z. Zt. schon in mehreren Kommunen unseres Verbandsgebietes Literatur über das lokale Brauchtum gibt, soll der Wissenschaftliche Beirat des KADAG unser Kulturgut Karneval systematisch erforschen, wissenschaftlich aufarbeiten und der Bevölkerung unserer Region bekannt machen. Damit wird ein wesentlicher Teil unserer Heimatgeschichte dokumentiert und der Nachwelt erhalten. Ein erstes Projekt wurde im Jahr 2006 bereits realisiert. Das 430 Seiten starke Buch ”Karneval im Aachener Grenzland” wurde in 3jähriger Arbeit erstellt und herausgegeben. Es fand nicht nur bei unseren Mitgliedsvereinen großes Interesse, sondern auch viele Universitätsbibliotheken und andere Forschungseinrichtungen haben dieses Buch gerne angenommen.
Weitere Projekte, die im ”HdG” durchgeführt werden können werden sich sicherlich im Laufe der Zeit ergeben. Durch dieses Angebot kann das Haus zu einem lebendigen Treffpunkt für viele Bevölkerungsschichten unserer Region werden. Insbesondere legen wir, wie schon des öfteren erwähnt, unser Augenmerk auf grenzüberschreitende Begegnungen und dokumentarische Darstellungen unseres Kulturgutes Karneval großen Wert. Damit wollen wir in unserer Grenzregion nach unseren Möglichkeiten zum Zusammenwachsen eines geeinten Europas und zum friedlichen Zusammenleben der Menschen beitragen.
Wichtigster Bestandteil im ”Haus des Grenzlandkarnevals“ ist die ”Zentrale Dokumentationsstätte des Brauchtums Karneval in den Altkreisen Aachen (innerhalb der neuen StädteRegion Aachen), und Jülich (Nordteil des heutigen Kreises Düren) sowie des Kreises Heinsberg” unter dem o.g. Namen. Diese Einrichtung benötigt nach vollständiger Einrichtung ca. 80 - 90% des Platzangebotes in unserem Haus.
Eine detaillierte Beschreibung dieser Einrichtung finden sie unter der Rubrik ”KADAG“, in der Aufgaben und Zweck des KADAG und seine kulturelle Bedeutung dargestellt wird. Ebenso sind die vorgesehenen Aktivitäten detailliert beschrieben, so dass dies an dieser Stelle nicht wiederholt werden muss.
Zur Einrichtung des KADAG im ”Haus des Grenzlandkarnevals“ werden Räumlichkeiten benötigt, die auf Dauer gesehen unseren Anforderungen gerecht werden. Diese Anforderungen beinhalten die Möglichkeiten, folgende Räume einzurichten:
Aufgrund dieses Platzbedarfs konnte nur ein Haus in Betracht kommen, in dem dieser Raumbedarf gegeben ist. Die Raumaufteilung im Haus Balbinastraße 3, Würselen-Morsbach wurde, gemeinsam mit einem fachkundigen Architekten einer genauen Prüfung unterzogen. Die notwendige WC-Anlage wurde im Dachgeschoss bereits eingebaut, das Dachgeschoss vollständig renoviert und saniert. Des weiteren konnten wir im Jahr 2009 die komplette Heizungsanlage sowie alle Fenster des Hauses austauschen bzw. sanieren.
Die Freiflächen rund um das Haus können zum einen als Parkplätze und zum anderen z.B. auch für ein jährliches ”Museumsfest” genutzt werden, womit Einnahmen zur Unterhaltung des Gebäudes erzielt werden können. Der Durchführung anderer örtlicher Feste steht natürlich nichts im Wege.
Die Finanzierung des Projektes unterteilt sich in einmalige Umbau- und Renovierungskosten, einmalige Investitionskosten der Einrichtungsgegenstände (z.B. Mobiliar, EDV, Gebäudesicherheit) und laufende Unterhaltungs- und Instandhaltungskosten.
Dabei wird von einer, mit der Stadt Würselen vereinbarten 25jährigen Anmietung und Nutzung des Gebäudes ausgegangen. Hierfür sind laufende Förderungen aus diversen Quellen, die Möglichkeiten der Eigenfinanzierung und des Sponsorings auf Dauer sicher zu stellen.
Der ”Förderverein Haus des Grenzlandkarnevals e.V.“ hat das gesamte Haus als Mieter übernommen. Ein langfristiger Mietvertrag mit der Stadt Würselen über 25 Jahre wurde am 20.1.2006 abgeschlossen. In diesem ist auch ein, nicht grundbuchrechtlich eingetragenes, Vorkaufsrecht festgelegt. Da der Förderverein und der Verband gemeinnützig sind und nur relativ geringe Einnahmen haben werden, braucht keine Miete für das Haus an die Stadt Würselen gezahlt werden. Der FV / Verband hat allerdings die laufenden Kosten zu decken.
Die Gesamtkosten werden sich nach der aktuellen Finanzierungsplanung in den ersten 5 Jahren auf ca. 200.000 EUR belaufen. Aus eigenen Mitteln wird der FV und der Verband nach den derzeitigen Berechnungen ca. 10% der Kosten abdecken können.
Durch die erhebliche Förderung des Landschaftsverbandes Rheinland und der Kulturstiftung NRW in den Jahren 2009 und 2010 konnten die ersten wichtigsten Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden.
Zur laufenden Unterhaltung und den weiteren Ausbau müssen allerdings weitere private Sponsoren gefunden werden, die möglichst mit regelmäßigen Zuwendungen das ”HdG“ in Zukunft weiter unterstützen. Ebenso werden weitere Fördermittel von öffentlichen Stellen oder diversen Kulturstiftungen benötigt, um diese Kultureinrichtung dauerhaft einzurichten. Ziel des Verbandes ist es natürlich, auf Dauer den Unterhalt und die notwendigen Rücklagen für größere Instandhaltungsmaßnahmen selbst zu finanzieren. Auch hierzu wird die Mitarbeit der Mitgliedsvereine und von Sponsoren weiter ausgebaut werden müssen.
Nach Realisierung des gesamten Projektes soll das Haus natürlich den Vereinen und der Öffentlichkeit zugänglich sein. Ein Aktivitätenplan wurde erstellt, in dem die vorgesehenen laufenden Aktivitäten aufgeführt sind aber auch Sonderveranstaltungen angegeben wurden.
Gegen Entgelt werden u.a. sach- und fachkundige Führungen angeboten, die sich z.B. auch an die Schulen im gesamten Verbandsgebiet richten. Darüber hinaus können und sollen Sonderausstellungen angeboten werden, die den Karneval / Fasching / Fastnacht auch über das Verbandsgebiet hinaus darstellen, um den Besuchern das Wesen und die Bedeutung unseres Brauchtums näher zu bringen (z.B. Wanderausstellung des ”Deutschen Fastnachtsmuseums” in Kitzingen).
Zusammengefasst steht die Förderwürdigkeit des Projektes nach Meinung des Verbandspräsidiums und der für Kultur zuständigen Stellen beim Landschaftsverband Rheinland außer Frage. Die Bedeutung des Brauchtums Karneval für unsere Region wird alljährlich durch die Förderung der einzelnen Kommunen und Kreise in unserem Verbandsgebiet unterstrichen. Auch wenn in der heutigen Zeit die finanzielle Förderung auf Grund der überwiegend sehr schwierigen Haushaltslage der Kommunen stark zurückgegangen ist, werden unsere Vereine in anderer Form tatkräftig unterstützt. Der Landschaftsverband Rheinland-Sozial- und Kulturstiftung des LVR- hat uns für die Jahre 2009 und 2010 eine großzügige finanzielle Unterstützung zukommen lassen bzw. zugesagt. Die NRW-Stiftung Natur-Heimat-Kultur hat uns für die Einrichtung ebenfalls eine finanzielle Förderung zukommen lassen.
Die kulturelle Bedeutung des Brauchtums Karneval in unserer Region, das sich u.a. auch bereits durch viele Veröffentlichungen in der heimatgebundenen Literatur wiederfindet, ist durch die alljährliche Teilnahme der Bevölkerung an den Veranstaltungen der Karnevalsvereine und anderer Organisationen eindeutig belegt.
Das ganzjährige Engagement insbesondere in der Kinder- und Jugendarbeit, die grenzüberschreitenden Kontakte und Zusammenarbeit und nicht zuletzt das soziale Engagement der Karnevalsfreunde im Aachener Grenzland (jährlich werden weit mehr als 50.000,-- EUR für soziale Zwecke gesammelt und gespendet!) belegen auch die Notwendigkeit dieses jahrhundertealten Brauchtums. Es ist ein Teil der Identität der Menschen unserer Region und aus dem Jahreskalender nicht wegzudenken.
1956
In der Gründungssatzung des VKAG wurde als Ziel und Zweck des Verbandes im § 1 unter Nr. 4 i) aufgenommen:
”Schaffung und Unterhaltung eines Archivs und Museums zur Sammlung und ständigen Ausstellung von Dokumenten und Unterlagen über das Brauchtum Karneval sowie zu dessen wissenschaftlicher Erforschung im Verbandsgebiet.“
1995
Vorstellung einer ersten Idee durch den damaligen Schatzmeister Reiner Spiertz und Besprechung im Verbandspräsidium. Es wurde eine Willenserklärung des Präsidiums verabschiedet, eine entsprechende Dokumentationsstätte zu schaffen. R. Spiertz wurde beauftragt, dieses Projekt weiter zu führen.
1998
Am 22. April 1998 wurde durch das Verbandspräsidium die Nebenordnung Nr. 1 -”Errichtung des Karnevalsarchivs und -Museum der Aachener Grenzlandkreise“ verabschiedet und den Mitgliedsvereinen bei der JHV 1998 vorgestellt.
1998 - 2001
Ausführliche Diskussionen im Präsidium und mit den Vereinen über die Finanzierung des Projektes. Eine Einbindung in die Verbandssatzung wurde von den Mitgliedsvereinen nicht mitgetragen. Es wurde allerdings eine breite Zustimmung zur Schaffung dieser Dokumentationsstätte erreicht.
1996 - 2001
Intensive Suche nach geeigneten Räumlichkeiten. In mehreren Kommunen standen (und stehen heute noch z. T.) u. a. ehemalige Schulgebäude leer. In Alsdorf, Würselen, Herzogenrath, Baesweiler und Übach-Palenberg werden Gebäude besichtigt. In Würselen wurde u. a. im Juni 1997 auch die Balbinaschule besichtigt!
Überwiegend scheitern aber die Gespräche an den z. T. hohen Erwartungen der Kommunen.
In Alsdorf schien 2001 eine Schule geeignet und der Stadtrat hatte sich bereits mit der Sache befasst. Letztlich scheiterte das Vorhaben jedoch an den außerordentlich hohen Kosten, die uns durch die Stadt Alsdorf auferlegt werden sollten.
17. August 2002
Gründung des ”Fördervereins Haus des Grenzlandkarnevals e.V.“ in Alsdorf-Mariadorf. Der Verein wurde in das Vereinsregister eingetragen und vom Finanzamt Aachen-Kreis als besonders förderwürdig anerkannt. Somit war der Verein gemeinnützig.
Mitglieder können natürliche Personen, Vereine, Unternehmen und Kommunen werden.
Bis heute hat der Verein rund 60 Mitglieder. Diese Mitgliederzahl soll auf mehr als 100 gesteigert werden.
1997 - 2001
Erstellung eines eigenen EDV-Programms zur Erfassung und Archivierung der Sammlungsgegenstände. Auf dem deutschen Markt war und ist kein geeignetes Programm zu kaufen.
Das Sammeln von Sammlungsgegenständen hat begonnen und die Software konnte erfolgreich eingesetzt und stetig weiter entwickelt werden.
11. März 2002 - 19. August 2005
Der Kreis Aachen stellt uns auf dem Flugplatzgelände Merzbrück einen Raum zum Beginn des Sammelns zur Verfügung. Dort beginnen die Archivierungsarbeiten. Innerhalb von 1,5 Jahren konnten rund 6.000 Sammlungsstücke zusammengetragen werden. Schon bald ist der Raum zu klein und die intensive Suche nach entsprechenden und bezahlbaren Räumlichkeiten geht weiter.
Im Sommer 2005 teilte uns die Kreisverwaltung mit, dass das Gebäude in Merzbrück Ende des Jahres 2005 einer anderen Nutzung zugeführt werden würde, so dass wir eine neue Bleibe suchen mussten.
2005
Mitte des Jahres konnte Bürgermeister Werner Breuer aus Würselen für das Projekt gewonnen und intensive Gespräche geführt werden. Diese wurden auch mit den großen Ratsfraktionen geführt.
Schon im August 2005, als die Gespräche konkret wurden und absehbar war, dass uns das Gebäude zur Verfügung gestellt würde, konnten wir am 19. August 2005 von Merzbrück in die Balbinastraße umziehen.
Ende Dezember 2005 entschied der Rat der Stadt Würselen dann, uns das Gebäude Balbinastraße 3 langfristig zur Verfügung zu stellen.
26. Januar 2006
Am 26. Januar 2006 wurde ein Mietvertrag zwischen der Stadt Würselen und dem ”Fördervereine Haus des Grenzlandkarnevals e. V.“ über 25 Jahre unterschrieben, der für den FV überschaubare Kosten bringt.
Seitdem wurde intensiv an der Herrichtung des Gebäudes und der weiteren Archivierung von Sammlungsgegenständen gearbeitet. Notwendigerweise wurde bereits eine neue Heizungsanlage installiert, der Außenanstrich teilweise erneuert und einige Renovierungsarbeiten im Inneren des Gebäudes durchgeführt.
Die Sammlungen stiegen auf mehr als 13.000 Exponaten an.
29. September 2007
Das Haus wird offiziell eröffnet und der interessierten Bevölkerung und den Vereinen zur Besichtigung und Nutzung übergeben.
Weitere Sanierungs- und Renovierungsarbeiten stehen in den nächsten Jahren an, so dass bis Ende 2008 auch das Dachgeschoss vollständig zur Nutzung verfügbar ist.
2008
Aus eigenen Finanzmitteln wurde ein dauerhafter Ausstellungsraum mit notwendigen Vitrinen usw. eingerichtet. Für die Archive wurden entsprechende Schränke beschafft und eingerichtet, der Ausstellungsraum wird mit vielen Exponaten bestückt und das Treppenhaus provisorisch mit vielen Sammlungsgegenständen attraktiv eingerichtet.
2009
Nach mehreren Besuchen durch die Amtsleiter für Kultur und Archive des Landschaftsverbandes Rheinland wurden unsere Förderanträge an den LVR und der NRW-Stiftung für Kultur genehmigt. Die hohen Zuwendungen dieser Institutionen versetzten uns in die Lage, die z. T. maroden, fast 70 Jahre alten Fenster im gesamten Haus gegen eine moderne, energiesparende Fensteranlage auszutauschen. Die Heizungsanlage wurde komplett saniert, eine neue WC-Anlage eingebaut und das komplette Dachgeschoss saniert.
Im DG wurde das komplette Archiv des VKAG untergebracht und ein modern ausgestatteter Büro- und Versammlungsraum eingerichtet.
Die Sammlungen im KADAG haben sich auf ca. 30.000 archivierte Sammlungsgegenstände erhöht, der Zahl monatlich weiter zunimmt. Viele Privatsammlungen von deutschen, niederländischen und belgischen Karnevalsfreunden konnten übernommen werden.
2010
Es ist geplant, ab Mitte des Jahres zunächst das komplette Treppenhaus zu renovieren und für Archivzwecke herzurichten. Weiterhin stehen die Sanierung des Ausstellungs- und Archivraumes an, was uns insbesondere von den Archiv-Fachleuten des Landschaftsverbandes Rheinlandes dringend empfohlen wurde.
Weitere Sanierungsarbeiten sind für die Kellerräume und die Außenhaut des Gebäudes notwendig. Diese Arbeiten sind, den finanziellen Möglichkeiten des Fördervereins entsprechend, in den Jahren 2010 und 1011 vorgesehen.
Es wird weiterhin um neue Mitglieder für den Förderverein geworben, deren Anzahl wir noch deutlich steigern wollen. Die Besuche von Karnevals- und Heimatvereinen, politischen Gruppierungen und sonstigen, interessierten Gästen lässt uns hoffen, unseren Förderverein auch weiterhin zu stärken.
Grundschulung für Tanzgarden,Tanzpaare, männliche oder gemischte Garden und Tanzmariechen am 31.03.2012, Schautanzschulung am 01.04.2012 in der Dreifachsporthalle der Gustav-Heinemann Gesamtschule in 52477 Alsdorf Am Klött 1
Das Haus des Grenzlandkarneval Balbina Strasse 3 in Würselen ist ab den 23.August 2011 jeden Dienstag von 17,00 Uhr bis 20,00 Uhr geöffnet!
Für sonstige Zeiten vereinbaren Sie einen Termin mit unserem KADAG- und HdG-Leiter Bernd Simons.
Wir freuen uns auf Sie!!
Aufgaben können mit unserem Archivar Bernd Simons abgesprochen werden.
Wir freuen uns auf Sie!